B1212 Verborgene Spuren unserer Heimat von oben – Luftbildarchäologie im Kreis Recklinghausen Ein Bildervortrag zu historischen und modernen Methoden

Was zeigt uns der Blick von oben, das wir am Boden übersehen? Seit über 100 Jahren nutzen Archäologinnen und Archäologen Luftbilder, um verborgene Geschichte sichtbar zu machen. Trockene Sommer, feuchte Winter, Schattenwurf bei tiefstehender Sonne – all das lässt Mauern, Gräben und Straßen unter Äckern und Wiesen wieder hervortreten. Was dem Spaziergänger verborgen bleibt, verrät sich aus der Luft als feine Linie im Getreide oder als Farbunterschied im Boden. Die Luftbildarchäologie liest diese Zeichen und rekonstruiert damit Siedlungen, Lager und Wege, die längst verschwunden sind.
Wir nehmen Sie mit auf eine Reise durch 80 Jahre Luftbildgeschichte unserer Region und zeigen, wie sich Technik, Methoden und Erkenntnisse entwickelt haben. Die ältesten Luftbilder des Kreises Recklinghausen stammen aus den 1930er und 1940er Jahren. Ursprünglich für Vermessung oder militärische Zwecke aufgenommen, sind sie heute ein Glücksfall für die Forschung. Denn sie zeigen Landschaften, bevor Flurbereinigung, Autobahnbau und neue Siedlungen vieles überprägten. Auf diesen Schwarz-Weiß-Aufnahmen erkennen wir römische Marschlager bei Haltern, mittelalterliche Hofwüstungen bei Datteln oder die Linien alter Landwehren im Vest. Wir erklären, wie man diese Bilder liest: Was sind Bewuchsmerkmale, was sind Bodenmerkmale? Warum zeichnen sich Gräben im Sommer dunkelgrün ab? Und weshalb hilft ein Schattenwurf bei Sonnenaufgang, eine 2000 Jahre alte Wallanlage zu finden?
Die digitale Revolution: Drohnen, Laserscan und KI: Der zweite Teil des Vortrags schlägt den Bogen zur Gegenwart. Heute fliegen keine Doppeldecker mehr, sondern Drohnen mit Multispektralkameras. Satelliten liefern wöchentlich neue Bilder vom Kreisgebiet. Mit LiDAR-Laserscans durchdringen wir sogar dichten Wald und legen römische Straßen oder Kohlenmeiler unter den Baumkronen der Haard frei. Wir zeigen aktuelle Aufnahmen aus Datteln, Marl und Waltrop: Wo gab es zuletzt Neuentdeckungen? Wie hilft Künstliche Intelligenz beim Durchsuchen tausender Bilder? Und was passiert, wenn ein Landwirt meldet: „Bei mir auf dem Acker steht das Getreide komisch“?
Siedlungen der letzten 2000 Jahre hinterlassen Spuren, die aus der Luft lesbar sind. Anhand konkreter Beispiele aus dem Kreis zeigen wir: Hier verlief eine Römerstraße, dort lag ein Hof aus dem 12. Jahrhundert, und diese kreisrunde Verfärbung ist ein vorgeschichtlicher Grabhügel. Wir erklären auch, was Bürgerinnen und Bürger tun können, wenn sie selbst etwas entdecken.
Dieser Vortrag richtet sich an alle, die sich für Heimatgeschichte, Technik oder Archäologie interessieren. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Der Vortrag ist reich bebildert – mit historischen Luftbildern, modernen Drohnenaufnahmen und verständlichen Grafiken. Sie werden Ihren Heimatort danach mit anderen Augen sehen. Der Referent ist Archäologe mit Schwerpunkt auf Industriearchäologie, Montanarchäologie und Luftbildarchäologie. Er bringt Originalaufnahmen und aktuelle Forschungsergebnisse mit.
Erleben Sie, wie aus Pixeln Vergangenheit wird. Erfahren Sie, welche Geheimnisse unter den Äckern des Vests noch schlummern. Und diskutieren Sie mit uns: Wie können moderne Methoden helfen, unser kulturelles Erbe zu schützen? Im Anschluss besteht die Möglichkeit zu Fragen und Gespräch. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme – und auf den gemeinsamen Blick von oben auf die Geschichte unserer Heimat.

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Mi, 04.11.2026 19:00 - 21:00 Same as course
10,00 EUR
Starts 04.11.2026
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Mi, 04.11.2026
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Wo:
Genthiner Str. 7, Datteln
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