Digitaler Kolonialismus
Von Kolonialismus spricht man im Allgemeinen, wenn einzelne Staaten, Gebiete, meist in anderen Weltregionen, für sich beanspruchten. Im Zuge dessen wurden lokale Bevölkerungen oft gewalttätig unterworfen. Häufig ist der Bezug zu diesem Begriff historisch. Wir fragen, inwieweit man heute von einem …
['Von Kolonialismus spricht man im Allgemeinen, wenn einzelne Staaten, Gebiete, meist in anderen Weltregionen, für sich beanspruchten. Im Zuge dessen wurden lokale Bevölkerungen oft gewalttätig unterworfen. Häufig ist der Bezug zu diesem Begriff historisch. Wir fragen, inwieweit man heute von einem neuen „Digitalen Kolonialismus“ sprechen kann und ob das Konzept an dieser Stelle passt.\nIm Seminar analysieren wir die globale Machtverteilung im digitalen Zeitalter. Im Fokus steht die Frage, wie große Tech-Konzerne Märkte und Datenräume unter sich aufteilen, ihre Machtpositionen aufbauen und durch politische wie ökonomische Strategien absichern. Wir beleuchten die Arbeitsbedingungen innerhalb der Digitalwirtschaft, von prekären Klickarbeiter:innen bis hin zu ausgelagerten Rechenzentren, und diskutieren die sozialen sowie politischen Folgekosten dieser Strukturen. Ein zentraler Aspekt ist die Rolle des Globalen Südens: Welche ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Preise werden dort für die digitale Infrastruktur und Datenproduktion gezahlt, und wie spiegeln sich darin alte koloniale Machtverhältnisse wider? Darüber hinaus gehen wir der Frage nach, wie über Digitalisierung kommuniziert wird und ob Technologien wie Algorithmen künstlicher Intelligenz bestehende Diskriminierungen reproduzieren – bis hin zu rassistischen Strukturen in digitalen Systemen.']
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Sessions
| Date | Zeit | Location |
|---|---|---|
| Fr, 30.10.2026 | 15:00 - 19:00 | Same as course |
| Sa, 31.10.2026 | 09:00 - 15:15 | Same as course |