Dr. Volker Jakob: Migration – Emigration – Immigration – „Remigration“(?) Vortrag mit Diskussion
Das lateinische Wort „migrare“ bedeutet wandern. Und die Menschen wandern tatsächlich vom Beginn der Geschichte an. Die Bibel ist voll von derartigen Geschichten. In der Völkerwanderungszeit zwischen Spätantike und früher Neuzeit hat sich dieses Phänomen geradezu institutionalisiert. Man verlies die Heimat in der Hoffnung auf eine bessere, aber immer ungewisse Zukunft. Das gilt auch für Deutschlan
Das lateinische Wort „migrare“ bedeutet wandern. Und die Menschen wandern tatsächlich vom Beginn der Geschichte an. Die Bibel ist voll von derartigen Geschichten. In der Völkerwanderungszeit zwischen Spätantike und früher Neuzeit hat sich dieses Phänomen geradezu institutionalisiert. Man verlies die Heimat in der Hoffnung auf eine bessere, aber immer ungewisse Zukunft. Das gilt auch für Deutschland. Im Mittelalter brachen von hier Hunderttausende im Zuge der Ostkolonisation auf, um jenseits von Oder und Neiße Städte zu gründen und sich dauerhaft niederzulassen. Später dann die Auswanderung von Millionen in das „Gelobte Land“, Amerika. Aber es gab immer auch westfälische Wanderarbeiter, Grenzgänger nannte man sie, die sich für wenig Geld verdingten oder arme Heuerlinge, die sich als Wal- oder Heringsfänger anwerben ließen. Im Gegenzug kamen Einwanderer ins Land, aus Südeuropa, aus der Türkei, Italien etc. Heute werden mit den Themen „Migration“ im Sinn von Überfremdung und Kontrollverlust Wahlen entschieden. Neu und höchst brisant ist die von Rechtsextremen ins Gespräch gebrachte „Remigration“, was nichts anderes bedeutet als Ausweisung – also Vertreibung. Der Vortrag möchte die Begrifflichkeiten und Entwicklungen nachzeichnen. Dr. Volker Jakob ist Historiker und war lange Zeit Referatsleiter im Bild-, Film- und Tonarchiv des LWL-Medienzentrums für Westfalen in Münster. Er ist Autor verschiedener Veröffentlichungen zur Foto- und Filmgeschichte Westfalens.