V1109.00 Wald, Wilderei und Weidwerk – Jagdgeschichte(n) rund um Mühlacker & Einblicke in das aktuelle Zusammenleben von Mensch und Wildtier
Die Jagd begleitet den Menschen seit Urzeiten. Neben der Nahrungsversorgung war sie auch Mittel zur Repräsentation und Anlass für Geselligkeit. Während im Mittelalter und der Frühen Neuzeit besonders die Landbevölkerung unter drückenden Jagdfronen und großen Wildschäden litt, entwickelte sich die Jagd im Zug der bürgerlichen Revolution des 19. Jahrhunderts zunehmend zum "Edel-Hobby" (W. Bode) des aufstrebenden Bürgertums. Heute ist die Jagd unerlässlich für den Waldumbau hin zu klimastabilen Wäldern. Daher ist sie auch immer eng mit Fragen der Umwelt- und Forstgeschichte verknüpft. Der Vortrag soll anhand von schriftlichen- und bildlichen Quellen aus dem Stadtarchiv Mühlacker diese Aspekte aus lokalgeschichtlicher Perspektive beleuchten.
Anschließend präsentiert der Maulbronner Stadtarchivar Martin Ehlers in seinem Vortrag „Wilderer zwischen Stromberg und Kraichgau“ spannende Erkenntnisse über den „Sonnenwirt“ (Vorlage für Friedrich Schillers „Verbrecher aus verlorener Ehre”), den „Dachsenfranz“ und andere wilddiebische Schurken. Aber auch über die Feudaljagd, die bei der Landbevölkerung schließlich zu großen Sympathien für die Wilderer führte, weiß er wie über die Bestrafung der Wilddiebe zu berichten.
Zum Abschluss der Veranstaltung gibt Sofie Bloss, Wildtierbeauftragte des Enzkreises, Einblicke in das Zusammenleben von Mensch und Wildtier im aktuellen Zeitalter. Sie berichtet über aktuelle Herausforderungen, zurückkehrende und neue Wildtierarten im Enzkreis und wie das Zusammenleben mit diesen gelingen kann.
In Kooperation mit dem Schwäbischem Heimatbund (Regionalgruppe Stromberg-Mittlere Enz).
(((Abb.: Treibjagd im Revier Kissling 1927, Foto: Stadtarchiv Mühlacker)))
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Sessions
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| Mi, 21.10.2026 | 19:00 - 21:00 | Same as course |