262-1005 Die Folgen der Lichtverschmutzung - In Kooperation mit "Paten der Nacht"
Licht ist der stärkste Zeitgeber, nach dem sich nahezu alle Organismen dieses Planeten richten (direkt oder auf indirektem Weg) bzw. sind sie sogar zwingend auf ihn angewiesen. Seit rund drei Milliarden Jahren ist dieser Hell-/Dunkelrhythmus in den Genen fast aller Organismen fest verankert. Er steuert so gut wie alle lebenswichtigen Prozesse. Vor allem Wach- und Schlafphasen sowie Zell-Reparatur und -Regeneration.
Den rhythmischen Wechsel zwischen hell (Tag) und dunkel (Nacht) gibt uns das Sonnenlicht in Kombination mit der Erdrotation vor. Keine Größe in der Natur ändert sich in derart großem Umfang wie dieser Hell-/Dunkelrhythmus. Gegenüber einem klaren, sonnigen Sommertag (Beleuchtungsstärke: etwa 130.000 Lux) können Nächte ohne Mond und ohne Lichtverschmutzung (etwa 0,0001 Lux) bis zu 1,3 Milliarden Mal dunkler sein.
Doch dieser Rhythmus ist außer Takt geraten.
Da unsere Nächte durch den Einsatz von immer mehr Kunstlicht immer heller werden, verwässert der Wechsel zwischen Hell und Dunkel zusehends. Die unentbehrliche Dunkelheit der Nacht schwindet. In den großen Metropolen dieser Welt findet sie eigentlich schon gar nicht mehr statt. Die Folge: Das Leben der Tiere und Pflanzen gerät außer Takt. Es kann zu regelrechten „Burn-Out“-Erscheinungen kommen. Letztlich sogar zu Artensterben. Ganze Ökosysteme geraten dadurch ins Wanken. Und weil dieses alle miteinander vernetzt und verwoben sind, sind die Folgen der Lichtverschmutzung sehr umfänglich und weitreichend. Auch für uns Menschen!
Dr. Barbara Hausmanns
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